Die Neue Heimat. Darmstadt, Siedlung Kranichstein, Ernst May (ab 1968) © Hamburgisches Architekturarchiv

Neues Wohnen. Zwei Ausstellungen

Das »Neue Frankfurt« steht für ein beispielhaftes Wohnungs- und Städtebauprogramm in den 1920er Jahren, das international Beachtung fand und zu großen Teilen bis heute in Frankfurt erhalten ist. Unter der Leitung des Architekten Ernst May entstanden zahlreiche Siedlungen und Bauten in der Stadt: Durchdachte, lebenswerte Wohnungen zu bezahlbaren Preisen, gestaltet im Geist der architektonischen Moderne. Daran erinnert das Deutsche Architekturmuseum Frankfurt bis zum 10. August 2019 mit der Ausstellung Neuer Mensch, neue Wohnung und einem umfangreichen Begleitprogramm. In den Nachkriegsjahren startete die Neue Heimat als nicht-staatlicher, gewerkschaftlicher Wohnungsbaukonzern und realisierte seit 1950 mehr als 400.000 Wohnungen sowie zahlreiche Kommunal- und Gewerbebauten. Der Konzern war bis zum skandalträchtigen Zusammenbruch 1982 im bundesdeutschen Alltag allgegenwärtig. Die Ausstellung Neue Heimat (1950-1986) im Architekturmuseum der TU München versucht eine differenzierte Analyse dieses Wirkens über die reflexartige Assoziation mit problematischen Großsiedlungen hinaus: Interessant gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Wohnungskrise und Verdichtung in den Städten. Zu sehen bis zum 19. Mai 2019, ebenfalls von einem Veranstaltungsprogramm begleitet.