Der designreport 3|2017 erscheint am 14. Juni.

Vorschau designreport 2|2017
Perforiert, eloxiert, nobilitiert: Der Veredelungsspezialist HD Wahl hat gewellte Fassadenplatten aus Aluminium mit einem Goldton versehen. Je nach Lichtstimmung und Tageszeit schimmert die Gebäudehülle unterschiedlich.

Fassaden und Oberflächen


Die Fassade (frz. façade, von lat. facies, Angesicht) ist ein Kernthema der Gestaltung. Sie kann erhellendes Antlitz sein, aber auch verstellende Maske. In ihr kann sich Tiefes ausdrücken und Oberflächliches spiegeln. Sie ist Bühne des Stils und Schauplatz der Funktionen. In jedem Fall formt sie das Erscheinungsbild eines jeden Gegenstandes, mit dem wir Umgang pflegen. Mit der Medialisierung und Digitalisierung unserer Umwelt ist den Oberflächen in den letzten zwei Jahrzehnten eine neue Bedeutung zugekommen. Der Begriff Interface ist allgegenwärtig, die Gestaltung von Bedienoberflächen treibt Designer tagtäglich um. Aber es geht keineswegs nur um »Funktionalität«, wenn von Schnittstellen die Rede ist. Sinnliche Qualitäten sind mindestens genauso wichtig. Neue Materialien und Konstruktionstechniken verändern die Wahrnehmung. Neue Oberflächen schützen, kommunizieren, erweitern unsere Fähigkeiten und bieten auch einen Einblick in gesellschaftliche Prioritäten. Höchste Zeit also, das Naheliegendste einmal näher zu betrachten. Beim Einordnen hilft uns sowohl der Blick in verwandte Disziplinen wie Architektur und Mode als auch die Auseinandersetzung mit der kulturellen Dimension von Fassaden und Oberflächen.