designreport award 2015 - Die Preisträger

Presse

Pressemitteilung vom 21. April 2015 (PDF):
Informationen zu den Gewinnern

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Press release, 21st April 2015 (PDF):
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Der Gewinner: Vittorio Venezia

Traditionelle sizilianische Handwerkskunst und CNC-Technik: Mit dieser Kombination schafft der italienische Designer Vittorio Venezia charaktervolle Objekte – und überzeugte die Jury des designreport award.  

Vittorio Venezia, Jahrgang 1980, stammt aus Palermo und studierte in seiner Heimatstadt Architektur. 2007 ging er nach Mailand, wo er unter anderem im Atelier von Alessandro Mendini sowie für Denis Santachiara und Giulio Iacchetti arbeitete. Venezia, zu dessen Auftraggebern Firmen wie Alcantara, Falper und Meritalia zählen, gewann etliche Preise für seine Entwürfe. Heute zieht es den Designer wieder öfter nach Palermo, deren berühmter Handwerkerstraße Via Calderai er die in Mailand gezeigten Kollektionen 4decimi und Ferro widmete. 4decimi (vier Zehntel) heißt die Serie von zwölf Hängeleuchten wegen des 0,4 Millimeter starken Stahlblechs, aus dem die Leuchtenschirme bestehen. Sie erinnern an Ready-mades und sind eine Hommage an alltägliche sizilianische Gebrauchsgegenstände wie etwa Ölkannen, Trichter oder Siebe. »Jedes Teil«, so der Designer, »wurde von Hand geschnitten, gebogen und geschweißt – und zwar von dem 86-jährigen Spengler Nino Ciminna in der wohl ältesten Werkstatt der Via Calderai.« In dieser Straße werden auch die traditionellen Eisenroste gefertigt, die Vittorio Venezia zu der Kollektion Ferro inspirierten. Die Produktfamilie besteht aus fünf verschiedenen Stühlen, einem Tisch, sechs Vasenhaltern und einem Türstopper. Die Komponenten jedes Objekts wurden mittels CNC-Technik aus Eisenplatten geschnitten und von einem jungen Kunstschmied aus der Via Calderai zusammengeschweißt.
www.vittoriovenezia.com

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Fotos: Andreas Körner - www.a-koerner.de


Die Special Mentions

Meike Harde
Mit originellen Entwürfen wie der Sitzmöbelserie Zieharsofika hat sich die 27-jährige Meike Harde bereits einen Namen gemacht. Sie studierte Produktdesign an der Hochschule der bildenden Künste Saar, absolvierte 2012 ein Praktikum bei Benjamin Hubert in London und gründete 2013 ihr eigenes Büro in Saarbrücken. In ihren Entwürfen sucht die Designerin nach außergewöhnlichen konstruktiven Lösungen, zugleich ist sie offen für Konzeptuelles und Symbolhaftes. »Meine Arbeiten repräsentieren eine Art femininen Stil, der sich bewusst von etablierten Formen absetzt«, sagt sie. In Mailand zeigte Meike Harde unter dem Titel Wooden Aquarell die Ergebnisse einer Materialstudie zum Einfärben von Hölzern. Dabei entstehen durch die Zugabe verflüssigter Pigmente fein nuancierte Farbflächen auf den Hölzern. Das pigmentierte Holz wird mit einer Lackschicht versehen und kann dann für viele Zwecke verarbeitet werden.
www.meikeharde.com

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Fotos: Andreas Körner - www.a-koerner.de

 

 

David Lehmann
Der 1985 in Wuppertal geborene David Lehmann studierte Industriedesign an der Stuttgarter Akademie der Bildenden Künste. Darüber hinaus sammelte er als Assistent des Bildhauers Tony Cragg Erfahrungen im Bereich der Kunst. 2013 gründete er sein eigenes Designbüro in München, wo er seither auch lebt. In Mailand präsentierte David Lehmann Entwürfe aus Holz, Glas, Porzellan und Nano-Flüssigkeit. Aus Letzterer lassen sich Blasen erzeugen, die wie Seifenblasen aussehen und umherfliegen, aber nicht ganz so schnell platzen. Lehmann formte daraus die Schale Ephemere, die zwar dem Blick standhält, doch bei der kleinsten Belastung vergeht. In gewisser Hinsicht das Gegenteil dieses konzeptuellen Unikats ist die Porzellanserie Vers a Tile. Die in einer sächsischen Manufaktur produzierten Teller, Becher und Schüsseln überzeugten durch ihre klare Formensprache und die perfekte Fertigungsqualität, aber auch durch Multifunktionalität. Der Eierbecher etwa ist zugleich ein Espresso-Tässchen, und Teller lassen sich als Deckel für die Schüsseln verwenden.
www.studiodavidlehmann.com

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Fotos: Andreas Körner - www.a-koerner.de

 

 

nbt.Studio
»Kultur würdigen, Umwelt respektieren, Technologie aufgreifen.« Unter diesem Motto präsentierte das in Taipeh ansässige Büro nbt.Studio diverse Kleinmöbel mit Lackoberflächen sowie Hocker, Tischleuchten und die interaktive Wandleuchte Nebbia. Mit Letzterer demonstrierten die Aussteller effektvoll, wie sich bislang ignorierte Abfallprodukte fürs Recycling beziehungsweise Upcycling erschließen lassen. Für den Schirm der mit LEDs hinterleuchteten Nebbia verwendeten die Designer Filterfolien ausrangierter LCD-Displays. Da die oberste Folienschicht mit einem unregelmäßigen Faltmuster versehen wurde, entsteht der Eindruck eines leuchtenden Kristalls. Der in Kanada und Taiwan beheimatete Designer Henry K. T. Hsiao, Jahrgang 1980, gründete das nbt.Studio im Jahre 2011. Die Initiative versteht sich als Netzwerk von Experten unterschiedlichster Fachrichtungen, die sich der Entwicklung nachhaltiger Produkte und Lösungen verschrieben haben.
www.nbtstudio.com


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